Baugenehmigung

Gartenhäuser liegen im Trend. Besonders Fertighäuser aus Baumärkten versprechen oft eine schnelle Verwirklichung des Wunsches von der eigenen Gartenidylle. Und da die Häuser recht klein sind, versprechen die Verkäufer den Kunden auch meist, ein problemloses und genehmigungsfreies Aufbauen der Häuser. Es wäre unvorsichtig diesem Rat blind zu vertrauen.

Unterschiedliche Bauordnungen

Tatsächlich sind Bauordnungen Ländersache und das Aufstellen von Gartenhäusern ist nicht einheitlich geregelt. Deshalb ist es besser, sich im Zweifelsfall zu erkundigen. Denn ein Verstoß kann dazu führen, dass das Gartenhaus wieder entfernt werden muss, was Zeit und Geld kostet.

Drei Aspekte sind beim Aufstellen eines Gartenhauses ausschlaggebend. Das Volumen oder der umbaute Raum, die Höhe und der Abstand zur Grundstücksgrenze. Außerdem können auch das Gießen einer Fundamentplatte und das Einbauen von Toiletten abhängig von der Bauordnung genehmigungspflichtig sein.

Als Beispiel mag hier die Bauordnung des Landes Baden-Württemberg sein: Genehmigungsfrei sein Gebäude ohne Aufenthaltsräume, Toiletten und Feuerstätten, wenn diese weder dem Verkauf- noch zu Ausstellungszwecken dienen auf einem eigenen Grundstück stehen, das nicht durch den Bebauungsplan überplant worden ist und ein Bauvolumen von 40 Kubikmeter im Innenbereich oder 20 Quadratmeter im Außenbereich haben.

Bauvolumen, Lage und Grundstück

Somit sollte klar sein, dass nicht allein das Volumen für das genehmigungsfreie Errichten eines Gartenhauses ausschlaggebend ist oder seine Nutzung, sondern auch die Lage des Grundstücks. Aber auch bei genehmigungsfreien Gartenhäusern und Gerätehäusern muss ein definierter Grenzabstand gemäß der geltenden Bauordnung eingehalten werden. In der Regel beträgt dieser 3 Meter.

Bauantrag korrekt stellen

Vor dem Kauf eines Gartenhauses sollte die Standfläche ermittelt werden. Anhand der Maße und der Höhenangabe des Herstellers kann dann eingeschätzt werden, ob für das Aufstellen eine Genehmigung erforderlich ist. Aber auch bei identischen Bauordnungen innerhalb eines Landes ist es oft Sache der zuständigen Behörde, die Vorschriften auszulegen. Die unterschiedliche Handhabung kann dazu führen, dass es in Einzelfällen Einsprüche geben kann, auch wenn die Vorschriften auf ein genehmigungsfreies Gebäude hindeuten.

Grundsätzlich muss sich ein Gartenhaus auch in die Nachbarbebauung integrieren. Entsprechende Festlegungen sind im Flächennutzungsplan oder im Bebauungsplan eingetragen. Diese werden aber auf kommunaler Ebene entschieden. Allerdings ist es verhältnismäßig einfach, einen entsprechenden Antrag zu stellen. Dieser kann formlos gestellt werden. Zu den erforderlichen Angaben gehören die Größe des Gartenhauses und das Einzeichnen im Lageplan, der auch die Entfernung zum Nachbargrundstück enthalten muss. Wenn alle Angaben korrekt eingetragen sind und den geltenden Regeln entsprechen, sollte eine Genehmigung kein Problem sein.